Neuer WWF-Spürhund Finn soll illegale Wildtiertötungen aufdecken
Bei Ermittlungen zu illegalen Wildtiertötungen kann die heimische Polizei ab sofort auf den neuen WWF-Spürhund Finn zurückgreifen. Der fünfjährige Schäferhund-Mischling soll vor allem in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark nach Tierkadavern und Giftködern suchen, die wichtige Beweise liefern können. „Finn hilft, illegale Abschüsse, Vergiftungen oder tödliche Fallen aufzudecken. Seine Funde können entscheidende Hinweise für die polizeilichen Ermittlungen liefern sowie weiteren Wildtieren das Leben retten“, sagt WWF-Artenschutzexpertin Christina Wolf-Petre. Denn aufgespürte Giftköder, darunter auch präparierte Kadaver, können durch die Hilfe des Vierbeiners rasch entfernt werden, bevor andere Tiere das Gift aufnehmen.

Finn steht auf Abruf für eine Zusammenarbeit mit der Polizei zur Verfügung und kommt auch bei präventiven Absuchaktionen zum Einsatz.
Er ist darauf trainiert, in kürzester Zeit tote Wildtiere auf großen Flächen aufzuspüren. „Besonders in unübersichtlichen, weitläufigen oder bewaldeten Gebieten, in denen tote Wildtiere nur schwer von menschlichen Suchtrupps zu finden sind, kann die feine Nase eines Hundes den wesentlichen Unterschied machen“, sagt WWF-Expertin Christina Wolf-Petre.
Finn ist nach der in Tirol stationierten Hündin Lea bereits der zweite Spürhund des WWF
Langfristig soll ein flächendeckendes Netzwerk an geschulten und nach einheitlichen Standards zertifizierten Mensch-Hund-Teams etabliert werden, das für die Bekämpfung der illegalen Verfolgung von Wildtieren in Österreich im Einsatz ist.
Über WWF-Spürhund Finn: Feine Nase, große Ausdauer
Finn ist ein fünfjähriger X-Herder, eine Mischung aus Holländischem Schäferhund und Malinois. Er bringt bereits Erfahrung aus praktischen Einsätzen mit: in der Steiermark spürte er Luchskot auf und unterstützte damit das Monitoring der bedrohten Wildkatzen. Der Rüde gilt als ausgeglichen, lernfreudig und ausdauernd. „Auch abseits der Suche ist er für jeden Spaß zu haben. Hauptsache er ist dabei und es gibt etwas zu tun“, sagt Christina Wolf-Petre vom WWF.
Wildtierkriminalität: Hunderte Fälle in Österreich
Laut dem aktuellen Wildtierkriminalitäts-Bericht der Naturschutzorganisationen WWF und BirdLife wurden zwischen 2017 und 2025 insgesamt 310 Fälle von Wildtierkriminalität mit 487 Opfern dokumentiert – etwa durch Abschüsse, Fang in Fallen und Vergiftung bedrohter Arten. „Bei den bekannten Fällen handelt es sich aber nur um die Spitze des Eisberges. Nach wie vor wird nur ein geringer Anteil der Fälle tatsächlich aufgedeckt“, erklärt Christina Wolf-Petre.
Der WWF fordert daher einen nationalen Aktionsplan gegen Wildtierkriminalität. Dieser soll alle relevanten Akteur:innen auf Bundes- und Landesebene einbinden, bestehende Maßnahmen bündeln, klare Zuständigkeiten definieren und verbindliche Ziele zur Reduktion illegaler Wildtierverfolgung festlegen.
Quelle
Pressemitteilung WWF Österreich vom 20.10.2026