Trockenheit setzt heimischen Amphibien zu

07. September 2026

Anhaltende Trockenheit, fehlender Niederschlag und sinkende Wasserstände verschärfen die Lebensbedingungen für heimische Amphibien wie Frösche, Kröten und Salamander. Der Österreichische Tierschutzverein fordert deshalb mehr Schutzmaßnahmen für die ohnehin schon gefährdeten Tiere.

Grüner Teichfrosch im seichten Wasser sitzend.

Zusätzlich zu den klimatisch schwierigen Bedingungen würden Feuchtgebiete und Laichgewässer durch Entwässerung, Verbauung und intensive Landnutzung verloren gehen. „Für Amphibien ist die Situation doppelt problematisch: Ihre Laichgewässer trocknen aus, gleichzeitig verlieren sie geeignete Landlebensräume. Dadurch sinken ihre Fortpflanzungs- und Überlebenschancen“, sagt Alexios Wiklund, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins.

Dabei erfüllen Amphibien einen wichtigen Teil im Ökosystem, weil sie wichtiger Bestandteil von Nahrungsnetzen sind. Sie fressen zahlreiche Insekten und wirbellose Tiere und dienen zugleich Vögeln, Reptilien und Säugetieren als Beute, heißt es in der heute veröffentlichten Aussendung.

Gesamter Bestand heimischer Amphibien gefährdet

In Österreich sind alle heimischen Arten, wie Frösche, Kröten, Salamander und Molche, auf der Roten Liste des Umweltbundesamtes als gefährdet eingestuft: von 21 auf der Roten Liste angeführten Arten gilt eine als vom Aussterben bedroht, sechs weitere (28,6 Prozent) gelten als stark gefährdet. 14 Arten bzw. Unterarten (66,6 Prozent) gelten als gefährdet. Nachdem die Einstufung im Jahr 2007 getroffen wurde, gehen viele Experten davon aus, dass sich die Lage seither weiter verschlechtert hat. Klar zeige sich das etwa beim Bestand des Europäischen Laubfrosches.

„Die Zahlen an den Amphibienzäunen zeichnen ein klares Bild: Auch bei bislang häufigen Arten wie dem Grasfrosch sind seit Jahren zunehmend starke Bestandsrückgänge zu beobachten“, sagte Peter Kaufmann, Amphibienexperte am Haus der Natur Salzburg. Das Museum schloss sich am Appell des Tierschutzvereins an.

Der Österreichische Tierschutzverein fordert nun etwa den Erhalt und die Renaturierung von Feuchtgebieten, ein flächendeckendes Netzwerk fischfreier Kleingewässer und sichere Wanderkorridore zwischen Laich- und Landlebensräumen. Zusätzlich müssten Maßnahmen getroffen werden, um Wasser länger in der Landschaft zu halten. Und Gewässerrandzonen sollten pestizidfrei werden.

Quelle

Wassermangel: Trockenheit setzt heimischen Amphibien zu - science.ORF.at