Klimakrise trifft verbaute Flüsse besonders hart: WWF fordert Renaturierung zum Schutz seltener Huchen
Verbaute Flüsse leiden besonders unter den Folgen der Klimakrise – das zeigt sich aktuell an der Pielach in Niederösterreich: Ehemals umliegende Auen wurden vom Fluss abgetrennt, somit fehlt ein wichtiger Wasserrückhalt. Hinzu kommen zahlreiche Kleinwasserkraftwerke, die verhindern, dass Flussbewohner der Hitze ausweichen können. Besonders betroffen sind die stark gefährdeten Huchen, die auf kühle, sauerstoffreiche und frei fließende Gewässer angewiesen sind.

„Unsere Flüsse sind durch die starke Verbauung und die intensive Wasserkraftnutzung nicht auf die Folgen der Klimakrise vorbereitet. Gerade jetzt, wo Hitze und Niederwasser den Druck auf unsere Gewässer massiv erhöhen, müssen wir ihnen mehr Raum geben, statt sie weiter zu verbauen“, sagt Marie Pfeiffer vom WWF Österreich.
Der WWF fordert daher gezielte Renaturierungsmaßnahmen, wie die Entfernung von Querbauwerken. Das kommt den Huchen zugute und macht die Flüsse langfristig klimaresilient.
Huchen leiden besonders unter Verbauung
Österreichs Flüsse werden im Schnitt alle 900 Meter von einem Querbauwerk unterbrochen. „Der Huchen ist eine wandernde Fischart. Die starke Verbauung durch Wasserkraft- und Querbauwerke zerstückelt seinen Lebensraum. Gerade bei Hitze muss er in kühlere Bereiche wandern, wird aber an unpassierbaren Barrieren aufgehalten – was im schlimmsten Fall zum Tod führt”, sagt Kurt Pinter vom Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement der BOKU. Der Donaulachs kann in der Pielach kaum mehr wandern.
In der Pielach, in der Huchen noch vorkommen, stehen 18 Kleinwasserkraftwerke. Ihr Stromertrag steht laut WWF und Experten in keinem Verhältnis zu den ökologischen Schäden. „In guten Jahren liefern die Kraftwerke zusammen so viel Strom wie ein halbes Windrad. Die ökologischen Schäden sind unverhältnismäßig“, sagt Ulrich Eichelmann von Riverwatch. Gleichzeitig wird die Wasserkraft durch starkes Niederwasser klimabedingt unzuverlässiger. Für eine nachhaltige Energie-Zukunft braucht es daher eine Diversifizierung des Erneuerbaren Ausbaus.
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WWF Österreich
Lara Hocek
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E-Mail: lara.hocek@wwf.at
Quelle
Pressemitteilung WWF Österreich vom 14.08.2026