17. Biodiversitätskonferenz 2026 in Jerewan/Armenien
In der armenischen Hauptstadt Jerewan findet vom 19. bis 30. Oktober unter dem Motto „Handeln für die Natur“ die 17. Konferenz der Vertragsparteien zum UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt statt.

Die UN-Biodiversitätskonferenz 2026 soll einen klaren globalen Fahrplan für den wirksamen Schutz der biologischen Vielfalt und konkrete Maßnahmen bis 2030 beschließen.
Erstmals befassen sich die 196 Vertragsstaaten des Übereinkommens mit der Frage, ob die internationale Staatengemeinschaft auf dem richtigen Weg ist, ihre 2022 gemeinsam vereinbarten Biodiversitätsziele 2030 zu erreichen. Die Halbzeitbilanz zu den globalen 2030 Biodiversitäts-Zielen wird auch Hauptthema im hochrangigen Segment der Ministerinnen und Minister sein. Dieses ist für 27. und 28 Oktober angesetzt.
Bundesminister Totschnig nimmt an diesem Treffen teil und wird sich für einen starken, konkreten und realistischen globalen Fahrplan zur Erreichung der Biodiversitäts-Ziele einsetzen.
Von internationalen Zielen zu konkreten Ergebnissen
Im Jahr 2022 haben sich die Vertragsparteien der CBD auf den neuen globalen Rahmen für die biologische Vielfalt geeinigt. Dieser Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework (KM-GBF) beinhaltet 23 Aktions- Ziele. Darunter die Verpflichtung, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresgebiete zu schützen.
Die COP17 findet zu einem entscheidenden Zeitpunkt statt: Bis 2030 sollen die global vereinbarten Biodiversitätsziele umgesetzt werden. Die Bestandsaufnahme in Jerewan wird aufzeigen, wo Fortschritte erzielt wurden und in welchen Bereichen zusätzliche Anstrengungen erforderlich sind.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen zur Umsetzung der globalen Biodiversitätsziele. Die Vertragsstaaten beraten darüber, wie bestehende Finanzierungsmechanismen wirksamer eingesetzt und auch Technologietransfer und Kapazitäten im globalen Süden gestärkt werden können. Ebenso wichtig ist es, finanzielle und wirtschaftliche Anreize, die der biologischen Vielfalt schaden, schrittweise abzubauen oder biodiversitätsfördernd auszurichten.
Es liegen weiters Beschlussempfehlungen dazu vor, den Schutz der Natur stärker in allen relevanten Politikbereichen zu berücksichtigen. Dafür braucht es geeignete Rahmenbedingungen, eine enge Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft sowie eine nachvollziehbare Überprüfung der erzielten Fortschritte.
Neben der Umsetzung der Biodiversitätsziele stehen die gerechte Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung genetischer Ressourcen und digitaler Sequenzinformationen sowie die Zusammenarbeit zwischen Biodiversitäts- und Klimapolitik auf der Tagesordnung. Auch die Beteiligung indigener Völker und lokaler Gemeinschaften an der Erhaltung der biologischen Vielfalt ist ein wichtiges Thema der Verhandlungen. Zu letzterem soll die Operationalisierung des neuen Organs der CBD zu indigenen Völkern und traditionellem Wissen finalisiert werden.
Österreich wird sich im Rahmen der Europäischen Union für Lösungen einsetzen, die den Schutz der biologischen Vielfalt stärken, die internationale Zusammenarbeit fördern und eine wirksame Umsetzung der vereinbarten Ziele stärken.
Für Österreich sind insbesondere der Schutz und die Vernetzung ökologisch wertvoller Lebensräume, die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme sowie die Verringerung des Verlusts biologischer Vielfalt von Bedeutung. Intakte Wälder, Gewässer, Feuchtgebiete und alpine Lebensräume sind unverzichtbar für den Erhalt der Artenvielfalt und die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels.
Biodiversität ist weit mehr als Arten- und Naturschutz. Sie bildet die Grundlage für unsere Ernährung, unsere Gesundheit, wirtschaftliche Wertschöpfung und funktionierende internationale Lieferketten. Sauberes Wasser, fruchtbare Böden, die Bestäubung von Nutzpflanzen, natürliche Schädlingsregulierung und die Bereitstellung medizinischer Wirkstoffe hängen unmittelbar von einer intakten vielfältigen Natur ab. Der Verlust biologischer Vielfalt ist deshalb nicht nur ein ökologisches Problem, sondern auch ein Gesundheitsrisiko, ein wirtschaftlicher Risikofaktor und eine Herausforderung für die globale Versorgungssicherheit.
Links
COP 17 / CP-MOP-12 / NP-MOP-06
Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework