Weltfeuchtgebietstag 2026 - Ramsar feiert 55 Jahre Einsatz für Feuchtgebiete

29. Januar 2026

Am 02. Februar 2026 findet unter dem Motto "Feuchtgebiete bewahren – unser gemeinsames kulturelles und natürliches Erbe" der Weltfeuchtgebietstag statt. Der Gedenktag erinnert daran, wie essenziell Feuchtgebiete für Biodiversität, Klima und Wasserhaushalt sind. Mit der Ramsar-Konvention im Jahr 1971 wurde das erste internationale Übereinkommen zum Schutz von Feuchtgebieten unterzeichnet.

Überschwemmte Wiese mit einem großen Eichbaum im Auengebiet bei der Storchenstadt Marchegg in Niederösterreich.

Ramsar – 55 Jahre Verantwortung für unsere Zukunft

Am 2. Februar 1971 wurde im iranischen Ramsar das erste internationale Übereinkommen zum Schutz von Feuchtgebieten unterzeichnet – ein Meilenstein für den internationalen Schutz, die nachhaltige Nutzung und die Wiederherstellung von Feuchtgebieten. Seit 1997 wird dieser Tag weltweit als Welt-Feuchtgebietstag begangen. Der Weltfeuchtgebietstag 2026 ist nicht nur ein Jubiläum, sondern ein Auftrag: Feuchtgebiete zu schützen heißt, unsere Lebensgrundlagen, unsere Geschichte und unsere Zukunft zu bewahren.

Österreichs Einsatz für lebendige Feuchtgebiete

Österreich ist seit 1983 Vertragspartei der Ramsar-Konvention und hat bisher 26 international bedeutende Feuchtgebiete ausgewiesen. Zuletzt kamen unter anderem die Moore im Steirischen Salzkammergut hinzu. Zudem ist die Waldviertler Stadt Schrems auf dem Weg, die erste „Ramsar Wetland City“ im gesamten deutschsprachigen Raum zu werden.

Der Schutz von Feuchtgebieten folgt in Österreich klaren fachlichen Strategien. Bereits in den 1990er-Jahren wurde eine nationale Feuchtgebietsstrategie entwickelt, ergänzt durch spezialisierte Moor- und Auenstrategien.

Besondere Bedeutung kommt dem LIFE-Projekt AMooRe zu – dem bislang größten Moorschutzprojekt Österreichs. Gemeinsam mit zehn Partnerorganisationen und sechs Bundesländern werden Moore restauriert, Wissen gesichert und Bewusstsein geschaffen. Ziel ist es, ökologische Verbesserungen mit gesellschaftlichem Nutzen zu verbinden. Auch die Auenstrategie wird konsequent umgesetzt. Der sogenannte Auen-Dialog, unterstützt vom Naturschutzbund Österreich, entwickelt in Pilotprojekten und Arbeitsgruppen konkrete Lösungen zur Revitalisierung heimischer Auenlandschaften.

Feuchtgebiete enden nicht an Staatsgrenzen. Deshalb setzt Österreich stark auf internationale Zusammenarbeit: etwa im weltweit ersten fünf-staatlichen UNESCO-Biosphärenpark Mur-Drau-Donau, im LIFE-Projektverbund oder im Rahmen der Ministerdeklaration goMURra, die 2025 gemeinsam mit Slowenien unterzeichnet wurde. Auch die trilaterale Ramsar-Plattform Thaya–March–Donau, an der Österreich, Tschechien und die Slowakei beteiligt sind, feiert 2026 ihr 25-jähriges Bestehen – ein starkes Zeichen für langjährige Kooperation im Feuchtgebietsschutz.

Bewusstseinsbildung und Jugendengagement

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Jugendbeteiligung. Mit Projekten wie „Let’s Flow Together!“, das aus dem Murforum hervorgegangen ist, werden Kinder und Jugendliche aktiv in Klimaanpassung und Gewässerschutz eingebunden. Das Projekt wurde 2025 mit dem Neptun Staatspreis für Wasser in der Kategorie WasserBILDUNG ausgezeichnet. Auch 2026 setzen Aktionen wie der Mur-Aktionstag auf grenzüberschreitende Umweltbildung und stärken das Bewusstsein junger Menschen für den Wert lebendiger Flüsse und Auen.

Quelle

BMLUK, letzter Zugriff am 29.01.2026

Links

World Wetlands Day