Spinneneinwanderer durch Klimawandel

20. August 2026

In Kärnten gibt es 700 verschiedene Spinnenarten. Es werden immer mehr, weil sich das Klima verändert und Arten aus dem Süden einwandern. Dazu zählt zum Beispiel auch die Strahlende oder Schwarzbäuchige Tarantel (Hogna radiata). Mit den tropischen Vogelspinnen hat diese Spinne aber nichts zu tun, sie ist eine große Webspinne.

Gartenkreuzspinne in ihrem Netz.
Gartenkreuzspinne

Es ist der Klimawandel, der dafür sorgt, dass immer wieder neue Spinnenarten in Kärnten auftauchen. Weil die meisten Spinnenarten bis zu minus 15 Grad überleben, gelinge es immer mehr Arten, auch zu überwintern, sagte Laura Waldner, die die Abteilung Zoologie im Landesmuseum leitet: „Die strahlende Tarantel zum Beispiel, die ist 2001 das erste Mal bei uns in Kärnten nachgewiesen worden, taucht jetzt auch immer häufiger bei uns auf. Es gibt dann auch die Nosferatu-Spinne, die aus dem Mittelmeerraum heraufgezogen ist. Seit den 1930er Jahren, was eigentlich die meisten Leute gar nicht wissen, ist auch die Wespenspinne aus dem Süden zu uns heraufgekommen“, sagte Waldner.

Wer eine Strahlende Tarantel findet, kann das Landesmuseum verständigen. So wird erhoben, wie weit das Tier verbreitet ist. Kennzeichen dieser Spinnenart ist ein braun-goldschimmernder Körper mit typischen strahlenförmigen Streifen auf dem Vorderleib.

Spinnen flüchten normalerweise

Die Strahlende oder auch Schwarzbäuchige Tarantel, deren Name von der Zeichnung und dem dunklen Bauch kommt, ist auch schon in Kärnten zu finden. Derzeit tragen diese Spinnen einen Eikokon mit sich, aus dem nach etwa zwei Wochen rund 100 Jungtiere schlüpfen. Doch nur einige wenige dieser kleinen Spinnen erreichen das Erwachsenenalter. Angst vor Spinnen ist vielerorts verbreitet. Für Laura Waldner, die im Landesmuseum auch eine Spinnensammlung aufbaut, ist das völlig unbegründet.

„Wenn man eine Spinne bei sich zu Hause hat, dann sollte man sich freuen. Spinnen sind super cool und schön und man sollte sie unbedingt einfach leben lassen. Man muss bedenken, die Spinnen sitzen bei uns zu Hause, die leben bei uns zu Hause und die ernähren sich auch von Störenfrieden, wie zum Beispiel Gelsen oder Fliegen, die man ja nicht so gerne bei sich zu Hause hat“, sagte Waldner.

Fotograf: Spinnen sind Fluchttiere

Wie Waldner ist der Makrofotograf Manfred Auer ein Spinnenkenner. Seine Bilder zeigen, wie besonders Spinnen sein können. Auch die Strahlende Tarantel sieht, mit dem Makroobjektiv betrachtet, ganz anders aus. Respekt sei angebracht, sagte der Makrofotograf: „Aber man braucht keine Angst zu haben. Damit sie wirklich einmal zubeißen, müssen sie sich bedroht fühlen.“

Normalerweise wollen Spinnen nur flüchten und sich verstecken, auch wenn es Ausnahmen gebe, sagte Manfred Auer: „Die Springspinnen sind sehr neugierig von Natur aus. Wenn man da den Finger dazu hält, springen sie gerne auf die Hand und beobachten dann, was man so als Mensch macht. Aber im Prinzip sind Spinnen eher Fluchttiere und es ist eher etwas Besonderes, wenn man sie wirklich von Nahem betrachten kann.“

Quelle

Spinneneinwanderer durch Klimawandel - kaernten.ORF.at - Kärnten Heute