Bienenhotspot im Naturpark Kaunergrat
Im Naturpark Kaunergrat wird heuer erstmals die Vielfalt der Wildbienen erfasst. Bereits jetzt sind 50 Arten nachgewiesen, darunter seltene Bienen wie die Rote Schneckenhausbiene. Die Erhebung soll zur Bewusstseinsbildung und zum Schutz der biologischen Vielfalt beitragen.

Das Projekt „Biodiversitätshotspot Kaunergrat – Wildbienen der inneralpinen Trockenhänge“ hat laut Projektleiterin Emilie Matthes bereits im März mit den Erhebungen im Gebiet gestartet, mittlerweile laufen die Bestimmungen. Alle zwei Wochen sei man auf die Fläche gefahren und habe die Bienen mit einem Netz gefangen. 50 verschiedene Arten wurden in diesem Zeitraum nachgewiesen, darunter auch einige spezielle Arten. Diese gilt es laut Matthes mithilfe von lokalen Wildbienenexperten in den nächsten Wochen zu bestimmen.
Seltene Arten gesichtet
Auch seltene Spezialisten wie beispielsweise die Rote Schneckenhausbiene, die Schwarze Mörtelbiene und die Rote Fingerkraut-Sandbiene sind laut Angaben der Projektleiterin in diesem Gebiet anzutreffen. Die rund sieben Millimeter große rote Schneckenhausbiene lebe ausschließlich an trockenen Standorten, etwa an den Fließer Sonnenhängen. Als Pollenquelle nutze sie vor allem kleinblütige Lippenblütler wie den Aufrechten Ziest sowie Schmetterlingsblütler. Für ihre Nester verwende diese Art von Biene leere Schneckenhäuser.
Idealer Platz für Bienen
Die Fließer Sonnenhänge sind laut Matthes als Lebensraum für Wildbienen aufgrund des trockenwarmen Klimas sehr geeignet. Es handle sich außerdem um ein Gebiet, das bereits unter Schutz steht. „Dort wird nur mit wenigen Tieren beweidet. Die Strukturen, die es dort aktuell gibt, bleiben also erhalten“, erklärt die Projektleiterin.
Maßnahmen zum Schutz
Ziel des Projekts sei es, öffentliches Bewusstsein für Bienen zu schaffen und dadurch ihre ökologische Rolle und ihren Schutzbedarf zu stärken. Matthes: „Wenn wir wissen, welche Arten da vorkommen, können wir genauere Maßnahmen zu ihrem Schutz setzen.“
Aktuell wird zum Artenschutz an einer „Roten Liste der Wildbienen“ für Österreich gearbeitet – österreichweit gibt es rund 700 Wildbienenarten, von denen etwa 400 in Tirol vorkommen.
Finanziert wird das Projekt durch das IUCN-Programm „Youth Action on Pollinators“ und durch Fördermittel des Landes Tirol für die Forschung des Naturparks.