WWF: Amphibienbestände auf dem Rückzug
In Tirol sind die Bestände von Fröschen, Unken und Kröten im Inntal über die Jahre drastisch zurückgegangen, warnt die Naturschutzorganisation WWF. Die jüngste Untersuchung im Rahmen des Projekts INNsieme connect zeige, dass von 15 ursprünglich heimischen Arten elf gefährdet oder sogar regional verschwunden seien.

Besonders spezialisierte Arten der Tallagen sind laut WWF bedroht. Betroffen seien hier etwa Amphibien wie die Gelbbauchunke, die Wechselkröte oder der Laubfrosch. Aber auch an sich anspruchslose Arten wie Grasfrosch, Erdkröte oder Bergmolch seien in der intensiv genutzten Inntalfurche zurückgegangen. So habe sich die Population des Laubfroschs im Inntal im Vergleich zu den 1990er Jahren mehr als halbiert, verweist der WWF auf die aktuellen Erhebungen.
Der Kleine Wasserfrosch und der Teichfrosch seien im mittleren Inntal offenbar komplett verschwunden, ein Nachweis sei hier zuletzt nicht mehr gelungen. Die inzwischen abgeschlossene Erhebung durch INNsieme connect ergebe jedenfalls ein aktuelles Bild der Amphibienbestände im Inntal, so der WWF.
Viele ehemalige Lebensräume von Amphibien zerstört
Typische Lebensräume für Amphibien würden mehr und mehr verschwinden, kritisiert die Naturschutzorganisation. So würden ausgedehnte Flussauen mit Tümpeln, Altarme und Feuchtgebiete fehlen. „Amphibien sind an ursprüngliche Auenlebensräume entlang kleiner und großer Flüsse wie dem Inn angepasst. Diese haben ihre ursprüngliche Dynamik heute vielerorts verloren und damit fehlt vielen Amphibien geeigneter Lebensraum“, so der Biologe Florian Glaser zu den Gründen.
Zusätzlich würden die wenigen verbleibenden Lebensräume durch Straßen, Siedlungsbau und Gewerbegebiete zerschnitten, wodurch die Populationen von einander isoliert werden. „Wir brauchen dringend Hilfsmaßnahmen, um Fröschen, Unken und Co. wieder auf die Sprünge zu helfen“, fordert INNsieme-Projektleiterin Evelyn Seppi von WWF Österreich.
Gemeinsam mit dem Amphibienexperten Florian Glaser setze die Naturschutzorganisation Schutzmaßnahmen wie die Schaffung von Laichgewässern im Inntal. Mit Hilfe der aktuellen Daten sei es möglich, hier gezielte Maßnahmen zu setzen.