Biologische Vielfalt als Lebensgrundlage retten und fördern

22. März 2022

Leibniz-Forschungsnetzwerk Biodiversität legt konkrete Empfehlungen für Politik und Gesellschaft vor

45 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Forschungsnetzwerks Biodiversität sowie Kolleginnen und Kollegen haben eine Bestandsaufnahme zum Erhalt der Natur als Lebensgrundlage des Menschen vorgelegt. Die „10 Must-Knows aus der Biodiversitätsforschung“ sollen im Vorfeld der Weltbiodiversitätskonferenz der Vereinten Nationen im chinesischen Kunming zum Dialog einladen, formulieren aber gleichzeitig konkrete Empfehlungen für Politik und Gesellschaft.

Foto kleines Bäumchen in einer Hand

Die Autorinnen und Autoren der „10 Must-Knows“ kommen aus vielen verschiedenen Fachrichtungen und haben ihren Report am 15. März 2022 auf einem Parlamentarischen Abend des Netzwerk-Forums zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NeFo) und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) im Beisein von Bundesumweltministerin Steffi Lemke erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

In den „10 Must-Knows aus der Biodiversitätsforschung“ legen die Autorinnen und Autoren wissenschaftlich fundierte und allgemein verständliche Fakten zur biologischen Vielfalt dar. Sie analysieren die komplexen Systeme der Erde, indem sie zehn Schlüsselbereiche hervorheben, von denen wiederum jeder untrennbar mit allen anderen verbunden ist. Sie zeigen Wege auf, um einen weiteren Verlust an Artenvielfalt und Ökosystemen zu stoppen und die biologische Vielfalt zu fördern. So fordern die „10 Must-Knows“ unter anderem, Klima- und Biodiversitätsschutz zusammen zu verwirklichen, biokulturelle Lebensräume – also die Vielfalt des Lebens in seiner Mensch-Umwelt-Dimension – zu fördern, einen Umbau der Landwirtschaft, den wirksamen Schutz von Land und Ressourcen sowie mehr Engagement in Nachhaltigkeitsbildung und Anreize für öffentliche wie private Investitionen in die biologische Vielfalt.

„Wenn wir so weitermachen wie bisher, ruinieren wir die Grundlagen unseres Lebens auf diesem Planeten“, erklärt Kirsten Thonicke vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Sprecherin des Leibniz-Forschungsnetzwerks Biodiversität. „Wichtig ist dabei, nicht auf individuelle Phänomene zu starren, etwa auf eine einzelne vom Aussterben bedrohte Art, sondern auf die Zusammenhänge. Am Ende geht es um unsere Luft zum Atmen, unser Wasser zum Trinken. Wir wollen Mut machen, die Herausforderungen anzupacken. Je länger wir zögern, desto schwieriger und teurer wird es – hier gibt es eindeutige Parallelen zur Klimathematik.“

Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Matthias Kleiner, ist beeindruckt von dem Report: „Der drohende Verlust der biologischen Vielfalt ist neben dem Klimawandel die zentrale globale Herausforderung der Menschheit, wenn es darum geht, den kommenden Generationen eine Lebensgrundlage zu garantieren. Wissenschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, dem Wohl der Menschen zu dienen, darf nicht bei dieser Erkenntnis haltmachen. Sie muss auch Empfehlungen formulieren, wie wir die Entwicklung zum Besseren beeinflussen können. Genau das leisten die ,10 Must-Knows aus der Biodiversitätsforschung‘ des LeibnizForschungsnetzwerks Biodiversität in sehr beeindruckender Weise mit einer multi-disziplinären Perspektive, die der Komplexität des Themas angemessen ist. Ich hoffe, dass seine Empfehlungen breites Gehör in Politik und Gesellschaft finden.“

Links

„10 Must-Knows aus der Biodiversitätsforschung“ 

Leibniz-Forschungsnetzwerk Biodiversität

Fachliche Ansprechpartnerin

Eva Rahner, M. A. Wissenschaftliche Koordinatorin Leibniz-Forschungsnetzwerk Biodiversität Tel.: 0331 / 288 – 2631 

Pressekontakt

Christoph Herbort-von Loeper Pressesprecher Leibniz-Gemeinschaft Tel.: 030 / 20 60 49 – 471 Mobil: 0174 / 310 81 74 herbort@leibniz-gemeinschaft.de

Quelle

Medieninfo der Leibniz-Gemeinschaft vom 16.03.2022

Die Leibniz-Gemeinschaft

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 97 eigenständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der LeibnizGemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen knapp 21.000 Personen, darunter fast 12.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei zwei Milliarden Euro. Link