Wert der biologischen Vielfalt

Definition und Ebenen der biologischen Vielfalt

Diversität ist die Eigenschaft voneinander verschieden zu sein und stellt eine wesentliches Merkmal eines jeden biologischen Systems dar. Biodiversität, auch biologische Vielfalt genannt, bezeichnet ganz allgemein die Vielfalt des Lebens und ist eine Funktion von Raum und Zeit.

Alle Lebewesen, sofern sie nicht als Klone vorkommen, und die von ihnen aufgebauten Lebensräume sowie Funktionsgefüge auf allen Organisationsebenen besitzen diese Eigenschaften. Unter Funktionsgefüge kann unter anderem das Zusammenspiel von ökologischen Faktoren, Interaktionen zwischen Arten oder Reaktionen einer Art auf sich ändernde ökologische Bedingungen verstanden werden.

Da das Leben in verschiedenen hierarchischen Ebenen organisiert ist, zeigt sich die Biodiversität auch auf allen diesen Ebenen (Blab et al. 1995). Diese sind miteinander verzahnt, sodass es zum Austausch von Stoffen (z. B. Nährstoffe) und Informationen (z. B. Signalwirkung von Blütenfarben auf Insekten) kommen kann.

Es werden drei Ebenen der Biodiversität unterschieden:

  1. Die genetische Vielfalt (z. B. die unterschiedliche Erbinformation bei Individuen einer Art),
  2. die Artenvielfalt (z. B. die Mannigfaltigkeit der Arten in einem definierten Lebensraum) sowie die
  3. Lebensraumvielfalt (z. B. die Anzahl und Verschiedenartigkeit von Lebensräumen).

Neben diesen drei "klassischen" Hierarchieebenen der biologischen Vielfalt (Gene, Arten, Ökosysteme) werden abhängig von der Betrachtungsweise zusätzlich die Ebenen der Organismen (Individuen) und der Population unterschieden:

  • Vielfalt der Individuen (z. B. unterscheiden sich Pflanzen oder Tiere einer Art in Größe, Verhalten, Aussehen, aufgrund ihres Alters, ihrer individuellen Erfahrungen, Prägungen etc., bei Pflanzen insbesondere hinsichtlich ihres ganz speziellen Standortes).
  • Vielfalt der Populationen (z. B. Unterschied von Rotwildpopulationen aufgrund ihres Verhaltens).
Letzte Änderung: 21.04.2008