Bezogen auf die Nutzung erneuerbarer natürlicher Ressourcen (Biomasse, z. B. Holz, Wildbret) ist das Leitbild des ökonomischen Nachhaltigkeitsprinzips die Erzielung dauerhafter wirtschaftlicher Erträge, indem der laufende Zuwachs abgeschöpft wird, ohne den Bestand des natürlichen Kapitals, d. h. die natürlichen Produktionsgrundlagen, zu verringern.
Als natürliches Kapital ist dabei im volkswirtschaftlichen Sinne unsere gesamte Umwelt zu verstehen, die in Form von Böden, Wasser, Luft, Wäldern, Wildlebensräumen usw. eine Vielzahl unentbehrlicher und nützlicher Güter und Leistungen für die menschliche Gesellschaft liefert und erst deren Existenz ermöglicht.
Die Besonderheit des Naturkapitals liegt darin, dass es im Gegensatz etwa zu Menschen gemachtem (technische Produktionsmittel), finanziellem (Geld) oder menschlichem Kapital (Arbeitskraft) großteils nicht durch andere Kapitalformen austauschbar bzw. ersetzbar ist.
Daraus wird deutlich, dass wirtschaftliche Ziele sich im Rahmen der umfassenden Nachhaltigkeit längerfristig der Erhaltung der Produktions- und Leistungskraft der Ökosysteme unterordnen müssen. Innerhalb dieses Rahmens ist ein ausgewogenes Gleichgewicht von Schutz und Nutzung anzustreben.
Eine Voraussetzung für die Absenkung des Ressourcen-Verbrauchs wird die Verringerung des Stoffdurchsatzes durch das Wirtschaftssystem sein, wodurch gleichzeitig die Freisetzung von Abfall- und Schadstoffen in die Umwelt reduziert werden kann (siehe z. B. B.U.N.D./MISEREOR, 1997).
Bessere Chancen für Nachhaltigkeit durch gute Erträge
Eine ökonomisch nachhaltige Entwicklung beruht auf einem in sich stabilen Wirtschaftssystem, ausreichenden und qualitativ hochwertigen Arbeitsplätzen und der dauerhaften Attraktivität des Wirtschaftsstandortes, unter Berücksichtigung der ökologischen und sozialen Folgewirkungen.
Eine zentrale Voraussetzung dafür, dass die Wertschöpfung insbesondere in den ländlichen Regionen gesteigert werden kann, bildet eine leistungsfähige Land- und Forstwirtschaft (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft 2002). Diese hängt von gesunden, intakten und vielfältigen Ökosystemen ab, deren dauerhafte Ertragsfähigkeit wiederum nur durch eine ökologisch nachhaltige Nutzung erhalten werden kann.
Aus einzelbetrieblicher Sicht muss das Verhältnis von monetärem Aufwand und Ertrag der Bewirtschaftung zumindest mittelfristig rentabel sein, um die ökonomische Lebensfähigkeit von Wirtschaftsbetrieben sicherzustellen. Eine "ökologische", naturnahe Bewirtschaftung, sei es durch Forst-, Agrar- oder Jagdbetriebe, muss daher entsprechende wirtschaftliche Erlöse erbringen oder anderweitig durch die Gesellschaft abgegolten werden.
Je höher die Gewinne und der wirtschaftliche Nutzen aus der Bewirtschaftung von Ökosystemen sind, desto größer wird in der Regel das Interesse an deren Erhaltung und die Bereitschaft sein, in deren Schutz zu investieren.