Ökonomisch nachhaltige Jagd

Ein Hauptziel der Bewirtschaftung von Jagdgebieten ist in der Regel die Erzielung eines dauerhaften betriebswirtschaftlichen Ertrags, sei es aus der Verpachtung des Reviers, dem Verkauf von Abschüssen oder den Wildbret-Erlösen.

Die Sicherung bzw. Verbesserung der dauerhaften jagdwirtschaftlichen Ertragsfähigkeit bildet daher aus einzelbetrieblicher Sicht eine zentrale Komponente einer ökonomisch nachhaltigen Jagd. Dies ist auch auf regionalwirtschaftlicher Ebene von Bedeutung, da die Jagd in vielen ländlichen Räumen nach wie vor einen nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor darstellt, der zur regionalen Wertschöpfung und Arbeitsplatzsicherung beiträgt.

Die Grundvoraussetzung hierfür ist ein ökologisch nachhaltiges Management des Wildbestandes, da nur gesunde und reproduktionsfähige Wildtier-Populationen die langfristige jagdliche Nutzbarkeit gewährleisten.

Zu diesem Zweck darf aus rein quantitativer Sicht der Populations-Abgang, als Summe von jagdlicher Entnahme und Fallwild-Rate, langfristig den Zuwachs nicht übersteigen. Qualitativ gesehen dürfen jagdliche Eingriffe die Populationsstruktur durch selektive Entnahme einzelner Tiere mit bestimmten Merkmalen (Geschlecht, Trophäen, stärkste Individuen mit hohem Fortpflanzungspotenzial) nicht so stark verändern, dass der Reproduktions-Erfolg gefährdet wird.

Rentabilität der Jagd

Es kann davon ausgegangen werden, dass das Interesse der Jagd- oder Jagdausübungsberechtigten an der Erhaltung stabiler und gesunder Wildtierpopulationen und die Bereitschaft, in die Förderung des Marktwertes des Jagdgebietes zu investieren, umso größer sind, je höher die Rentabilität der Jagd ist.

Das monetäre Verhältnis zwischen Aufwand (Kosten) und Ertrag der Bewirtschaftung eines Jagdgebietes kann dabei durch jagdwirtschaftliche Maßnahmen wesentlich beeinflusst werden.

So können auf der Aufwandsseite die Kosten für Wildschutzmaßnahmen in land- und forstwirtschaftlichen Kulturen sowie für Schadenvergütungen durch Absenkung überhöhter Wildstände reduziert werden. Auch der effektive Zeitaufwand, der für die Bejagung benötigt wird, kann durch die Dosierung des Jagddrucks und damit der Beunruhigung des Wildes gesenkt werden.

Andererseits kann auf der Ertragsseite der Marktwert einer Jagd durch Vorhandensein einer Vermarktungsstrategie für Wildbret, Abschüsse und Trophäen und durch Investitionen in kundenfreundliche Reviereinrichtungen, wie Jagdhütten, Hochstände, Pirschsteige u. dgl., gesteigert werden.

Wichtige Faktoren für den Jagdwert eines Reviers bilden die Höhe der durchschnittlichen Wildbretgewichte und die Attraktivität zu erwartender Trophäen. Diese hängen maßgeblich von der physischen Verfassung des Wildes ab, welche wiederum durch die Form der Bewirtschaftung beeinflusst werden kann, indem beispielsweise die Wildstände rechtzeitig an die (saisonale) Lebensraumkapazität angepasst werden und unnötiger Jagddruck vermieden wird.

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Letzte Änderung: 10.04.2008