Bei der Entwicklung des Bewertungssets wurde auf folgende methodische Anforderungen besonderer Wert gelegt:
- Transparenz und Nachvollziehbarkeit: Die Skalierung der Indikatoren (Punktezahlen, Anzahl der Wertungsstufen) und der Auswertemodus werden offen gelegt. Dadurch kann jederzeit nachvollzogen werden, wie das Bewertungsergebnis zustande kommt.
- Höchstmögliche Repräsentativität und Aussagekraft der Indikatoren für das Thema "nachhaltige Jagd".
- Relevanz der Indikatoren im Hinblick auf praktische jagdliche Fragestellungen.
- Praktikabilität: Leichte Anwendbarkeit und Handhabbarkeit.
- Klarheit und Einfachheit des Auswertemodus.
- Zeiteffiziente Durchführung, Benutzerfreundlichkeit.
- Räumliche Übertragbarkeit: Das Set ist in allen Jagdgebieten einsetzbar und ermöglicht Vergleichbarkeit der Ergebnisse.
- Jagdgebiets- und Hegegemeinschaftsübergreifende Einsetzbarkeit auch für größere räumliche Beurteilungseinheiten (Regionen, wildökologisch einheitliche Landschaftsräume etc.).
- Spezielle Abstimmung auf die verschiedenen österreichischen Wild-Lebensraumtypen (von der Aulandschaft bis ins Hochgebirge).
- Anwendbarkeit in den meisten mittel- und westeuropäischen Ländern mit Revierjagdsystem.
- Adaptierbarkeit: Struktur, Bewertungsmethodik und das Set der Prinzipien sind auch auf nichteuropäische Verhältnisse und andere Jagdsysteme übertragbar. Durch entspreche Abänderungen können auch die Oberkriterien und Kriterien an andere naturräumliche und jagdrechtliche Ausgangssituationen angepasst werden.
- "Schnittstellen"-Relevanz: Die nicht jagdlichen Einflüsse auf Wildtiere, Lebensräume und Bejagungsmöglichkeiten werden durch das Bewertungsset nicht gezielt abgedeckt. Bewertet werden nur Handlungen der Jagd selbst. Hier sind andere jagd- und wildtierrelevante Landnutzungen (Forst- und Landwirtschaft, Verkehr, Erholung etc.) aufgefordert, eigene Nachhaltigkeitsmaßstäbe zu entwickeln. Das Bewertungsset für eine nachhaltige Jagd bietet aber bewusst bereits Schnittstellen zu anderen Wirtschaftssektoren an, an denen zukünftige Sektorübergreifende Nachhaltigkeitskonzepte anknüpfen können.