Biodiversitätsmonitoring

Was ist Biodiversitätsmonitoring und wozu dient es?

Unter dem Begriff "Monitoring" wird eine Dauerbeobachtung zum Erfassen von Änderungen verstanden. Ein Biodiversitätsmonitoring dient der systematischen Erfassung biodiversitätsrelevanter Parameter (Indikatoren) in regelmäßigen zeitlichen Abständen.  

Um zu gewährleisten, dass allfällige Maßnahmen zu einer dauerhaften Erhaltung der biologischen Vielfalt beitragen, ist eine Erfolgskontrolle in regelmäßigen Abschnitten erforderlich. Biodiversitätsmonitoring ist daher ein wichtiges Informationsinstrument, welches systematisch Auskunft über den Zustand (von Bestandteilen) der biologischen Vielfalt gibt.

Aufbauend auf das Monitoring können die erfassten Werte mit vorgegebenen Grenz- oder Zielwerten (Standards) verglichen werden oder es werden nur die Veränderungen aufgezeigt. In beiden Fällen dienen die Erkenntnisse auch der Früherkennung von unerwünschten Entwicklungen in der Biodiversität und sind daher die Voraussetzung für eine effiziente und effektive Naturschutzpolitik.

Gibt es eine Verpflichtung zur Durchführung eines Biodiversitätsmonitoring?

Der Artikel 7 des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Biodiversitätskonvention) schreibt sinngemäß die Durchführung eines Biodiversitätsmonitorings allen Vertragstaaten vor und fordert die Überwachung von Bestandteilen der biologischen Vielfalt. Und zwar insbesondere jener, die dringender Erhaltungsmaßnahmen bedürfen und die das größte Potenzial für eine nachhaltige Nutzung bieten. Parallel dazu sind auch jene Tätigkeiten zu überwachen, die erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt haben.

Einige Vertragstaaten sind diesen Verpflichtungen bereits nachgekommen und haben Monitoringprogramme ins Leben gerufen, so auch Österreich: 

Biodiversitäts-Monitoring in Österreich

In Österreich wurde zunächst ein Forschungsprojekt zur Erarbeitung eines Konzeptes für ein nationales Biodiversitätsmonitoring in Auftrag gegeben.
Vorgaben dafür waren:

  • Die Indikatoren sollen einfach und verständlich sein, in kurzen Abständen erhebbar und maßnahmenorientiert.
  • Die Indikatoren sollen nicht nur der Erfüllung der Berichtspflicht aus der CBD dienen, sondern auch andere Berichtspflichten unterstützen.
  • Das Monitoring soll durch Einbindung bestehender Programme "schlank" und kosteneffizient sein.

Um das vorgeschlagene Konzept möglichst gut umsetzbar zu machen, wurden die vorgeschlagenen Indikatoren einem Testlauf unterzogen.

Integrated Monitoring 

Ein Beispiel für intensives Langzeit-Monitoring von Biodiversität in Kombination mit einer breiten Palette von potentiellen Einflussfaktoren ist das UN-ECE Projekt „Integrated Monitoring", dessen österreichischer Standort im Nationalpark Kalkalpen (Zöbelboden) liegt.

Letzte Änderung: 05.07.2010