
Modernde Stämme liegen übereinander. Auf den abgestorbenen Baumriesen gedeihen Moose, Flechten und Baumschwämme. Am Waldboden wachsen Moose, Farne und Beerenstauden in hellem Grün. Dazwischen drängen sich junge Fichten und Buchen ans Licht. Im Wald duftet es nach frischem Humus, die Sonnenstrahlen blitzen zwischen den Baumstämmen hervor.
Seit dem Ende der letzten Eiszeit, also seit ca. 10.000 Jahren, ist der Rothwald in den niederösterreichischen Kalkalpen nie von Menschen genutzt worden. Im Jahre 1875 hat Albert Rothschild großflächig Wälder, die vom Menschen unberührt waren, vor dem forstlichen Zugriff und der Zerstörung für sich und seine Nachwelt gerettet.
Der Rothwald ist fast 500 Hektar groß. Der Kreislauf von Wachsen, Altern, Absterben und Sich-wieder-Verjüngen der hier wachsenden Fichten, Tannen und Buchen erfolgt ungestört.
Der Rothwald zieht sich südlich des 1.878 Meter hohen Dürrensteins bis gegen die Grenze zur Steiermark. Dieser Urwald fällt als einziges Wildnisgebiet Österreichs in die oberste Kategorie der IUCN - International Union for Conservation of Nature. Sein Betreten ist verboten.