
Ausgefallene Fellfarben und Fellmuster waren beim Noriker bis zur Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert sehr beliebt. Die Pferde waren vornehmlich als Prunk- und Paradepferde im Einsatz. Bunte Pferde waren besonders beliebt. Durch die Einkreuzung mediterraner Rassen traten ungewöhnliche Färbungen auf, die mit den Namen Isabellen, Schecken, Tiger und Mohrenköpfe bezeichnet werden.
Um die scheckigen Noriker-Pferde vom Aussterben zu bewahren, starteten der Tiergarten Schönbrunn, das Universitätssgut Kremesberg und das Lebensministerium Mitte der 90er-Jahre ein Zuchtprojekt: Die Gene der vom Aussterben bedrohten Farbschläge des Noriker-Pferdes sollen erhalten bleiben.
Vorrangiges Ziel war die Zucht von „Plattenschecken" und der Aufbau eines entsprechenden Bestandes. Der Tiergarten und das Gut Kremesberg waren zu jener Zeit im Besitz der beiden einzigen zur Zucht anerkannten Plattenscheckenhengste.
Die Zusammenarbeit wurde ein voller Erfolg. Gab es im Jahr 1995 in Österreich nur noch zehn Noriker dieses Farbschlags, waren es im Jahr 2005 durch die gezielte Arbeit des Universitätsgutes bereits 35 Pferde!
Laut dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt sind zur Sicherung der Arten- und genetischen Vielfalt Tier- und Pflanzenarten primär in ihren natürlichen Lebensräumen zu erhalten. Ist dies nicht möglich, dann nehmen Tiergärten, botanische Gärten, Genbanken und Vereine eine wichtige Rolle ein. Diese führen Zucht- und Arterhaltungsprogramme durch, um genetische Ressourcen zu sammeln und zu erhalten.