Natur- und Kulturerbe Eiche

Foto: Irene Oberleitner
Eichen im Lainzer Tiergarten (Wien).

Keine andere mitteleuropäische Baumart beherbergt so viele Tierarten, wie eine Eiche. In Mitteleuropa sind 300 bis 500 Arten bekannt, die ausschließlich oder sehr stark von dieser Baumart abhängig sind. In der gleichen Größenordnung bewegt sich die Anzahl jener Tierarten, die Eichen hin und wieder nutzen.

Alte Eichen mit gut ausgebildeter Krone weisen - selbst wenn sie gesund sind - einen hohen Anteil an totem und morschem Holz auf. Das Totholz spielt im Lebenszyklus zahlreicher Arten eine bedeutende Rolle, wie z.B. für Bockkäfer und Wildbienen. In der groben Borke wiederum finden kleine Wirbellose ideale Überwinterungsmöglichkeiten. Und nicht zuletzt scheinen Eichenknospen und das Eichenlaub eine besonders beliebte Nahrung von diversen Insektenlarven zu sein. Einer der bekanntesten Eichenbewohner ist der imposante Hirschkäfer. 

Foto: Irene Oberleitner
Eichenlaub.

Rund 40 verschiedene Vogelarten leben in Wäldern, die von alten Eichen dominiert werden. Die eiweißreichen Früchte und der Reichtum an Wirbellosen im Holz, an den Blättern sowie in der grobrissigen Borke, bieten Vögeln einen reich gedeckten Tisch. Baumhöhlen und Spalten werden von Specht, Kleiber & Co gerne als Nistplätze angenommen. Auch zahlreiche Kleinsäugerarten profitieren von eichenreichen Wäldern, wie Sieben- und Gartenschläfer sowie verschiedene Maus- und Fledermausarten.

In einigen alten Religionen sowie in Mythen und Sagen war die Eiche ein heiliger Baum. Durch den römischen Geschichtsschreiber Plinius der Ältere ist überliefert, dass die Kelten ohne Eichenlaub keine kultischen Handlungen vollzogen. Die heilige Bedeutung der Eichen für die Kelten ist auch daran zu erkennen, dass das keltische Wort Druide für Priester von duir abgeleitet ist, was Eiche bedeutet. Auch die Wörter Türe und Tor haben ihren Ursprung im keltischen duir.

Letzte Änderung: 20.02.2008