
Die Entstehung vieler Moore geht auf das Ende der letzten Eiszeit zurück. Jedes Moor ist durch seine Entwicklungsgeschichte, seine Klima- und Höhenlage und seine hydrologischen Bedingungen einmalig.
Moore sind Feuchtlebensräume mit unterschiedlich dicker Torfschicht, die von der Vegetation gebildet wurde. Torf besteht vor allem aus abgestorbenen Pflanzenresten, die an Ort und Stelle abgelagert werden. Diese können aufgrund der nassen Bedingungen und des damit einhergehenden Sauerstoffmangels nicht vollständig zersetzt werden. Entscheidend für die Torfentstehung sind die Torfmoose (siehe Foto), diese sind die Baumeister der Moore. Sie sind in der Lage, das 20-fache ihres Eigengewichts an Wasser zu speichern. Moore können daher enorme Wassermengen speichern und mildern bei starken Regenfällen die Abflussmengen.

Insbesondere Hochmoore sind Lebensräume mit extremen ökologischen Bedingungen. Solche Extremstandorte sind meist artenarm, da nur wenige, stark spezialisierte Tier- und Pflanzenarten auf diesen Standorten überleben können. Moorlaufkäfer, Hochmoor-Gelbling, Große Moosjungfer, Sonnentau, Sumpfporst und Zwergbirke sind nur einige Vertreter dieser spezialisierten Bewohner in Österreichs Mooren.
Riesige Moorlandschaften gibt es beispielsweise in Sibirien (ca. 1,5 Millionen Quadratkilometer) und in (Nord)Amerika (ca. zwei Millionen Quadratkilometer). Moore sind für den Klimaschutz von wesentlicher Bedeutung: Sie speichern weltweit ein Drittel des gesamten in Böden gespeicherten Kohlenstoffs. Trocknen sie aus, dann setzen diese gefährliche Mengen an Treibhausgasen frei. Das wäre für unser Klima sehr schlecht!
Von Europas ehemaligen Moorreichtum sind nur mehr spärliche Reste übrig geblieben. Die meisten wurden zerstört, bevor sie überhaupt untersucht werden konnten. Auch in Österreich gingen viele Moore verloren. Hauptursache für den Moorrückgang waren Entwässerungen, mit denen das „Ödland" nutzbar gemacht wurde. Die Moorfläche in Österreich beträgt gegenwärtig etwa 27.000 ha (rund 1.500 Moore) und nimmt etwa 0,32% der Bundesfläche ein. Sie ist damit, verglichen mit anderen europäischen Ländern ziemlich klein. Die Vielfalt der österreichischen Moore ist hingegen einzigartig.