
Die Genetik oder Vererbungslehre beschäftigt sich mit dem Aufbau und der Funktion von Erbanlagen sowie mit deren Weitervererbung. Die Erbanlagen (Erbinformationen) sind die Grundlage für die Entstehung von genetischer Vielfalt und werden von Generation zu Generation weitergegeben.
Schon in der Antike versuchten die Menschen, die Gesetzmäßigkeiten der Vererbung durch verschiedene Hypothesen zu erklären, wie z.B. der griechische Philosoph Anaxagoras (500 v. Chr.) oder etwa hundert Jahre später Aristoteles.
Mit der Entwicklung des Mikroskops im 17. Jahrhundert wurden wichtige Fortschritte gemacht. 1865 entdeckte der Mönch Gregor Mendel grundlegende Gesetzmäßigkeiten bei der Verteilung von Erbanlagen auf die Nachkommen, die heute als Mendelsche Regeln bezeichnet werden. Mendel hatte Pflanzen der Gartenerbse miteinander gekreuzt und mittels statistischer Analyse mathematische Gesetzmäßigkeiten beobachtet. Er teilte die Erbanlagen in "rezessive" und "dominante" Gene. Mendels Entdeckungen blieben unbeachtet und wurden erst Anfang des 20. Jahrhunderts wieder entdeckt.
Mit der Entdeckung des Aufbaus des Erbguts Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die Grundsteine für die Entschlüsselung des genetischen Codes gelegt und man erkannte, in welcher Weise die Umsetzung der in den Erbanlagen gespeicherten Informationen erfolgt.