Endemische Arten

Foto: Irene Oberleitner
Schalen der Österreichischen Heideschnecke (unterste Schale!) im Größenvergleich mit einer 1-Cent-Münze. Die beiden oberen Schalen stammen von der Östlichen Heideschnecke.

Biologen bezeichnen jene Arten als „Endemiten“, die weltweit nur in einem kleinen Verbreitungsgebiet vorkommen. Dies kann z. B. ein Gebirge sein, ein Tal, ein Flusssystem oder ein See. Beispielsweise sind die Darwinfinken auf den Galàpagos-Inseln endemisch, da sie nirgendwo sonst vorkommen.

Auch Österreich besitzt 166 endemische Pflanzenarten und 575 endemische Tierarten. Ein prominentes steirisches Beispiel ist das Steirische Federgras, das weltweit nur in Trockenrasen des oberen Murtales vorkommt. Weitere bekannte Beispiele aus Österreich sind die Wulfenia, die Kärntner Nationalpflanze, sowie die Innsbrucker Küchenschelle im Tiroler Inntal. Viele Endemiten sind z. B. in den Südalpen zu finden.

Eine Besonderheit in der Tierwelt Österreichs ist die Österreichische Heideschnecke (siehe Foto!). Sie ist kaum mehr als einen halben Zentimeter groß. Charakteristisch ist ihre gerippte Schale. Diese Schnecke kommt nur im südlichen Wiener Becken vor, und auch hier nur in Teilen des Steinfeldes! 

Endemiten sind aufgrund ihres kleinen Verbreitungsgebietes gegenüber Gefährdungen sehr anfällig. So kann die Zerstörung ihrer oft wenigen Vorkommen oder die drohenden Folgen der Klimaänderung rasch zum weltweiten Aussterben von Endemiten führen. Aus diesen Gründen  kommt den Endemiten eine hohe Bedeutung im Schutz der biologischen Vielfalt zu. Der Schutz der heimischen Endemiten liegt ausschließlich in den Händen Österreichs.

Buchtipp:
Wolfgang Rabitsch & Franz Essl (Hrsg., 2009)
Endemiten. Kostbarkeiten in Österreichs Pflanzen- und Tierwelt.
Naturwissenschaftlicher Verein Kärnten, Klagenfurt: 924 Seiten
 http://www.umweltbundesamt.at/presse/lastnews/newsarchiv_2009/news090430/

Letzte Änderung: 07.12.2009