Der Einfluss der Forstwirtschaft auf Gene, Arten und Ökosysteme

Der Wald ist in Österreich zu etwa 80 % im Privatbesitz und sehr kleinstrukturiert. Mehr als 210.000 Waldbauern bewirtschaften Betriebe mit weniger als 200 ha Waldfläche und damit fast die Hälfte des österreichischen Waldes. Etwa ein Drittel der Gesamtwaldfläche entfällt auf größere Forstbetriebe. Rund 16 % sind im Besitz der Österreichischen Bundesforste AG (BMLFUW 2001).

In erster Linie sind die WaldbesitzerInnen die Akteure des Sektors Forstwirtschaft. Vor allem das Forstgesetz, aber auch andere rechtliche Regelungen wie zum Beispiel das Jagd- oder das Naturschutzrecht bilden den rechtlichen Rahmen dazu. Beeinflusst wird die Forstwirtschaft von der Holz-, Platten- und Papierindustrie, aber unter anderem auch von der forstlichen Beratung, Ausbildung und Forschung. Zunehmend gewinnen gesellschaftliche Interessen, wie z. B. Erholungsnutzung weiter an Bedeutung.

Der Wald ist in Österreich seit Jahrhunderten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Er sichert vielen Menschen direkt (Forstwirtschaft) und indirekt (Holzwirtschaft) Einkommen und Lebensunterhalt. Die Intensität der forstlichen Bewirtschaftung der Wälder in Österreich war und ist sehr stark von den topographischen Gegebenheiten wie Hangneigung und Abgeschiedenheit geprägt. Aufschließung durch Forststraßen, die Möglichkeit des Einsatzes voll- und teilmechanisierter Forstmaschinen in zunehmend steileren Lagen (Gebirgsharvester) wirken direkt auf das ökologische Gefüge der Wälder und auf ihre Naturnähe (siehe auch Kap. Wald). Wurde ein Waldgebiet forstlich erschlossen, bestimmt dennoch die Art der ergriffenen waldbaulichen Maßnahmen den Grad der menschlichen Beeinflussung und die Intensität der ökologischen Auswirkungen, u. a. auch auf die Biodiversität:

  • Wahl der Betriebsform (Schlagwald - Plenterwald),
  • Naturverjüngung - Kunstverjüngung,
  • Baumartenwahl (Verjüngung/Läuterung/Durchforstung),
  • Art und Intensität der Durchforstung (Auslese-, Hoch-, Niederdurchforstung),
  • Holzerntetechnologien (Seilkran, Harvester etc.).

Nachhaltige Waldbewirtschaftung

Der Begriffsinhalt von "Nachhaltiger Waldbewirtschaftung" umfasst heute ökologische Nachhaltigkeit (mit besonderer Berücksichtigung der biologischen Vielfalt), ökonomische Nachhaltigkeit und sozio-kulturelle Nachhaltigkeit. Die Gründe dafür, dass ökologische und soziale Aspekte die den Wald, aber auch andere Ökosysteme betreffen immer stärker in den Vordergrund rücken sind vielfältig. So hat zum Beispiel der Verarmungsprozess an Pflanzen- und Tierarten sowie deren Lebensräume in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Dazu kommen noch die vielfältigen und gestiegenen gesellschaftlichen Interessen, die den österreichischen Wald betreffen.

Letzte Änderung: 08.04.2008