Kommission fordert Umbruch bei der EU-Politik zur Artenvielfalt
Bei der Athener Konferenz der Europäischen Kommission zur Artenvielfalt 2009 wurde eine vorwärtsgewandte Botschaft zur Zukunft der Artenschutzpolitik der EU übermittelt. Zu den Hauptergebnissen zählen die Notwendigkeit, die Kommunikation zum Artenverlust und seinen Folgen zu verbessern, stärker über den Schutz von Ökosystemen als über den Schutz einzelner Arten nachzudenken und dafür zu sorgen, dass die bereitgestellten Mittel tatsächlich Projekten für den Naturschutz zugeführt werden.
Die Forscher erkennen an, dass die Artenvielfalt weltweit bedroht ist und dass zu wenig für den Artenschutz getan wird. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2010 den Artenverlust zu stoppen, aber auch wenn einige Fortschritte beim Aufhalten des Artensterbens erzielt wurden, dürfte das ursprünglich gesteckte Ziel kaum erreicht werden. Die Kommission hat die Konferenz in Athen veranstaltet, um zu prüfen, wie sich ihre Maßnahmen in diesem Bereich verbessern lassen.
Hierzu erklärte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas: „Artenvielfalt ist Leben - schön, wertvoll, aber auch zerbrechlich. Sie ist auch die Grundlage unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlergehens. Dies wird nicht umfassend genug anerkannt und gewürdigt. Deshalb geht die Artenvielfalt in bedenklichem Maße zurück. Der Artenverlust ist eine ebenso große Gefahr und ebenso besorgniserregend wie der Klimawandel. Mit der Botschaft aus Athen wird unterstrichen, dass die Artenvielfalt weltweit politische Priorität erhalten muss, weil wir nur dann eine realistische Chance haben, das Artensterben aufzuhalten."
Ein Acht-Punkte-Plan für den Naturschutz
Auf der Konferenz wurde eine Vielzahl neuer Ideen diskutiert, die in die Botschaft von Athen eingeflossen sind. Wichtigste Punkte dieser Botschaft sind:
Hintergrund
Die Athener Konferenz (
Biodiversity protection beyond 2010: priorities and options for future EU policy) wurde von führenden Wissenschaftlern, Politikern, Wirtschaftswissenschaftlern und Akademikern aus allen EU-Mitgliedstaaten sowie von Vertretern der Zivilgesellschaft und Wirtschaft besucht. EU-Umweltkommissar Dimas begrüßte neben anderen hochrangigen Teilnehmern den Premierminister Griechenlands, Dr. Kostas Karamanlis, und den Präsidenten der Kommission, José Manuel Barroso. In den sechs von führenden Fachleuten auf diesem Gebiet geleiteten Workshops konnten alle Aspekte der Artenvielfalt umfassend erörtert werden.
Europa hat sich verpflichtet, dem Artenverlust in der EU bis 2010 Einhalt zu gebieten, und hat hierfür einen
Aktionsplan zur Biodiversität mit mehr als 150 Maßnahmen erarbeitet. Eine kürzlich vorgenommene
Überprüfung kam jedoch zu dem Ergebnis, dass dieses Ziel ohne erhebliche zusätzliche Anstrengungen wahrscheinlich nicht erreicht werden kann.