Nachhaltige Waldbewirtschaftung

Im Laufe der Geschichte ergab sich in verschiedenen Zusammenhängen die dringende Notwendigkeit, die Nutzung von Wäldern zu planen und zu regulieren, um deren Fortbestand in quantitativer und qualitativer Hinsicht zu sichern. Die Begriffe "Nachhaltigkeit" und "Nachhaltige Entwicklung" im Zusammenhang mit Wäldern blicken möglicherweise aus diesen Gründen ebenfalls auf eine relativ lange Geschichte zurück.

Der Begriffsinhalt von "Nachhaltiger Waldbewirtschaftung" veränderte sich jedoch im Laufe der Zeit und umfasst heute ökologische Nachhaltigkeit (mit besonderer Berücksichtigung der biologischen Vielfalt), ökonomische Nachhaltigkeit und sozio-kulturelle Nachhaltigkeit. Diese werden auch als die drei Säulen des Begriffes "Nachhaltige Waldbewirtschaftung" bezeichnet (Rametsteiner 1999).

In der Umweltpolitik führte das gestiegene Umweltbewusstsein zu zwei wesentlichen Entwicklungen (Rametsteiner 1999):

  • Das Konzept der Nachhaltigkeit wurde auf globaler politischer Ebene als generelles Leitbild der gesellschaftlichen Entwicklung aufgegriffen (die "Waldprinzipien" bei der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung, 1992).

  • Der Begriffsinhalt "Nachhaltiger Waldbewirtschaftung" wurde und wird aktualisiert, indem ökologische und soziale Aspekte stärker in den Vordergrund gerückt werden.

Die Gründe dafür, dass ökologische und soziale Aspekte die den Wald, aber auch andere Ökosysteme betreffen immer stärker in den Vordergrund rücken sind vielfältig. So hat zum Beispiel der Verarmungsprozess an Pflanzen- und Tierarten in den letzten drei Jahrzehnten deutlich zugenommen.

Die bei der zweiten Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder (MCPFE) in Europa in Helsinki wurde nachhaltige Waldbewirtschaftung wie folgt definiert:

"Die Betreuung und Nutzung von Wäldern und Waldflächen auf eine Weise und in einem Ausmaß, das deren biologische Vielfalt, Produktivität, Verjüngungsfähigkeit und Vitalität erhält sowie deren Potential, jetzt und in der Zukunft die entsprechenden ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Funktionen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene zu erfüllen, ohne anderen Ökosystemen Schaden zuzufügen."

In Umsetzung der bei den Ministerkonferenzen zum Schutz der Wälder in Europa beschlossenen Resolutionen wurden unter anderem Kriterien, Indikatoren sowie Richtlinien für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung entwickelt. Außerdem konnte zusammen mit dem europäischen Umweltministerprozess ein Arbeitsprogramm für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Waldökosystemen ausgearbeitet werden (BMLFUW 2000).

Letzte Änderung: 09.04.2008