Rote Listen gefährdeter Arten

Rote Listen sind Verzeichnisse, die ausgestorbene, verschollene und gefährdete Arten umfassen, aber auch Biotoptypen oder Lebensräume.

Aufgabenschwerpunkt der Roten Listen gefährdeter Pflanzen und Tiere ist die Zuordnung der Arten eines bestimmten Gebietes zu verschiedenen Kategorien, die das Gefährdungsausmaß widerspiegeln. Um Änderungen in der Gefährdungssituation aufzeigen zu können, ist eine Aktualisierung ca. alle zehn Jahre erforderlich.

Die Bedeutung der Roten Listen liegt u.a. darin, dass sie als Grundlage bei der Entwicklung von Naturschutzstrategien und Management-Maßnahmen dienen sowie als Entscheidungshilfe bei der Auswahl von Schutzgebieten und bei der Erstellung von Umweltverträglichkeitsprüfungen herangezogen werden.

Neukonzeption der Roten Listen gefährdeter Tiere

Im Umweltbundesamt entstand unter Einbeziehung von Experten aus dem In- und Ausland ein Arbeitskonzept zu einer Neufassung der „Grundlagen zur Fortschreibung Roter Listen gefährdeter Tiere Österreichs" (2001). Das Konzept der Neufassung ging von einer Reihe von Leitlinien aus:

  • Gefährdungsindikatoren werden getrennt von der Gefährdungseinstufung ausgewiesen. Das gewährleistet Transparenz und Nachvollziehbarkeit des Gefährdungsfaktoren-Gefüges und stellt die Basis der Gefährdungseinstufung dar.

  • Gefährdung wird tiergruppenübergreifend als Aussterbewahrscheinlichkeit pro Zeiteinheit definiert. Damit ist gewährleistet, dass sehr heterogene Daten in eine vergleichbare Aussage münden können.

  • Die Messgröße „Gefährdung" wird von subjektiven Komponenten wie Schauwert oder Schutzwürdigkeit befreit. Für nationale Verantwortlichkeit und Handlungsbedarf werden zusätzliche Spalten ausgewiesen.

  • Habitat-orientierte Kriterien werden in weitem Umfang bei der Einstufung berücksichtigt und ermöglichen eine Einstufung auch dann, wenn Bestandsangaben nur unzureichend vorliegen.

  • Der Schluss von Gefährdungsindikatoren auf die Gefährdungskategorien erfolgt mit dichotomem Schlüssel in einfacher und standardisierter Weise.

  • Es wird von einer vollständigen Artenliste für das Bundesgebiet ausgegangen. Damit ist der Ist-Zustand der Gefährdung auf einen Blick ablesbar.

  • Ein Textfeld ermöglicht, ergänzende und präzisierende Informationen aufzunehmen.

Literatur

Zulka, K. P. (Hrsg., 2005)
Rote Listen gefährdeter Tiere Österreichs. Checklisten, Gefährdungsanalysen, Handlungsbedarf. Teil 1: Säugetiere, Vögel, Heuschrecken, Wasserkäfer, Netzflügler, Schnabelfliegen, Tagfalter. Grüne Reihe Bd. 14/1.  Böhlau Verlag, Wien: 406 S.

Zulka, K. P. (Hrsg., 2007)
Rote Listen gefährdeter Tiere Österreichs. Checklisten, Gefährdungsanalysen, Handlungsbedarf. Teil 2: Kriechtiere, Lurche, Fische, Nachtfalter, Weichtiere. Grüne Reihe Bd. 14/2.  Böhlau Verlag, Wien: 513 S.

Letzte Änderung: 20.02.2008