Biotopkartierung in Österreich

Rechtliche Grundlage zur Durchführung von Biotopkartierungen bestehen zur Zeit in den Naturschutzgesetzen im Burgenland, in Oberösterreich und in Salzburg für landesweite Biotopkartierungen und in Tirol für Biotopkartierungen in Schutzgebieten.

Die Ergebnisse einer Fragebogenaktion des Umweltbundesamtes über die wichtigsten Faktoren im Zusammenhang mit Biotopkartierungen, wie z.B. Kartierungsgrundlagen, Kartierungsanleitungen, Kartierungsmaßstab und Dokumentationsschärfe der kartierten Biotopflächen geben Aufschluss über den Bearbeitungsfortschritt und die Kartierungsmethoden.

Unter Berücksichtigung der wesentlichen methodischen Unterschiede bei der Durchführung von Biotopkartierungen ergeben sich zwei Gruppen, und zwar die "Selektive Biotopkartierung" und die "Biotoptypenkartierung". Die Unterschiede bestehen hauptsächlich in der Genauigkeit der Dokumentation der Kartierungsergebnisse. Im Zuge von "Selektiven Biotopkartierungen" werden die kartierten Biotope individuell beschrieben, während bei "Biotoptypenkartierungen" eine Zuordnung der Biotope zu bestimmten Biotoptypen erfolgt. "Biotoptypenkartierungen" würden sich grundsätzlich gut als Basis für weitere Bearbeitungen durch "Selektive Biotopkartierungen" eignen. Die Unterschiede der beiden Methoden liegen auch im Zeitaufwand für die Bearbeitung, der bei der Durchführung von "Biotoptypenkartierungen" sicherlich geringer ist als bei detaillierten Biotopkartierungen.

Einen Überblick über den Stand von Biotopkartierungen in Österreich (Juli 1994) gibt ein Report des Umweltbundesamt. Ein erster derartiger Bericht wurde bereits 1990 herausgegeben.

Bis Juli 1994 wurden insgesamt 1.205 Kartierungsprojekte in 1.157 Gemeinden kartiert. Das heißt, dass mit Stand Juli 1994 in knapp über 48% der österreichischen Gemeinden Biotopkartierungen durchgeführt wurden. 93% der Kartierungen wurden von den jeweiligen Landesregierungen in Auftrag gegeben. Der Kartierungszweck war meist die Vorsorgeplanung für den Naturschutz. Seit 1990 werden Kartierungen im allgemeinen als großmaßstäbliche Detailkartierungen oder als Biotop- und Nutzungskartierungen und zwar hauptsächlich in den Maßstäben 1:5.000 und 1:10.000 durchgeführt.

Insgesamt können österreichweit 1.099 Kartierungsprojekte der "Selektiven Biotopkartierung" und 106 Projekte der "Biotoptypenkartierung" zugeordnet werden.

Aus dem Bearbeitungsstand der Biotopkartierung in Österreich ergeben sich wichtige naturschutzfachliche Forderungen, die sich wie folgt darstellen:

  • Erstellung einer Rahmenkartieranleitung für ganz Österreich
  • Durchführung von Kartierungsarbeiten nur von fachlich qualifiziertem Personal
  • Verbesserung der Kartierungsgrundlagen
  • Rasche praktische Umsetzung der Kartierungsergebnisse
Letzte Änderung: 19.02.2008