Klimatische Verhältnisse

Österreich liegt in der gemäßigten Klimazone der nördlichen Hemisphäre und fällt durch seine Lage im Zentrum Europas in den Übergangsbereich vom ozeanischen zum kontinentalen Klima. Zusätzlich zu diesen beiden wetterbestimmenden Klimaeinflüssen wird der Süden des Landes auch von mediterranen Strömungen mitgeprägt.

Die Hauptwindrichtung ist in weiten Teilen des Bundesgebietes von West bis Nordwest. Bedingt durch diese vorherrschende Westwetterlage fallen an den Gebirgsketten der Nördlichen Kalkalpen und an der Hauptkette der Zentralalpen die meisten Niederschläge. An den Kämmen der südlichen Kalkalpen (Karnische Gebirge und Karawanken) stauen sich hingegen mediterrane Luftströmungen und verursachen dort ebenfalls hohe Regenmengen. Im Gebirge stellen die Nordalpen eine wirksame Wetterscheide dar: An der windzugewandten Seite kommt es zu ergiebigen Steigungsregen (Nordstaulagen), die abgewandten Bereiche liegen hingegen im Regenschatten. Die inneralpinen Längstäler und die Beckenlagen erhalten aus diesem Grund wesentlich weniger Niederschlag, lokal können sich ausgesprochene Trockengebiete ausbilden (etwa im oberen Inntal).

Ins nördliche Alpenvorland und auf die Böhmische Masse dringen die westlichen Luftströmungen hingegen fast ungehindert vor, die Niederschlagsmengen nehmen von Westen nach Osten ab.

Eine ähnliche Abnahme der Niederschläge von West nach Ost ist im nördlichen Alpenvorland spürbar. In Ostösterreich sind die Westfronten bereits sehr abgeregnet und bringen nur noch wenig Niederschlag. Von Osten her kommen im Sommer zumeist trockene und heiße Luftströmungen, sodass die östlichen Landesteile die trockensten Regionen Österreichs aufweisen.

Im Südosten und Süden des Landes werden die atlantischen Westströmungen durch die Gebirge weitgehend abgeschwächt, jedoch bringen hier aus südlichen Richtungen kommende Luftmassen vor allem dem gebirgsnahen Hügelland ergiebige Niederschläge. Die steirischen Hügellandschaften und das südliche Burgenland sind deshalb feuchter als die Niederungen des Ostens (Dvorak et al. 1993)

Jahresniederschlag anhand lokaler Höhengradienten (Harlfinger-BMF,1999)
Jahresniederschlag anhand lokaler Höhengradienten (Quelle: Harlfinger-BMF, 1999)

  

Die vier Klimazonen Österreichs

Ganz grob lassen sich auf Grund dieser grobräumigen Bedingungen für Österreich vier Klimazonen unterscheiden, die aber untereinander naturgemäß nicht scharf abzugrenzen sind:

In den Alpen herrscht ein alpines Klima mit kurzen und feucht-kühlen Sommern, trockenem Herbst und schneereichen, langen Wintern. Die zentralen Alpenketten sind dabei niederschlagsärmer als die randalpinen Ketten im Norden und Osten.

Im nördlichen Alpenvorland und auf der Böhmischen Masse wird das Klima durch die ozeanischen Strömungen bestimmt, man kann von einer atlantischen Klimaregion sprechen. Die Wetterfronten dringen ungehindert aus Westen vor, ausgiebige Niederschläge fallen zu allen Jahreszeiten mit einem Maximum im Sommer. Im Mühl- und Waldviertel ist es, bedingt durch die höhere Lage, feuchter und kühler als im Alpenvorland, hier herrscht ein ausgesprochenes Mittelgebirgsklima vor.

Im Osten schließt die pannonische Klimaregion an, sie zieht sich vom östlichen Waldviertel über das Weinviertel und das Wiener Becken bis ins nordburgenländische Tiefland mit dem Neusiedlerseegebiet. Das Mittelburgenland (Oberpullendorfer Becken) zählt bereits zum Übergangsbereich vom pannonischen zum illyrischen Klima. Die meisten Niederschläge fallen im Frühjahr und Frühsommer, die übrigen Jahreszeiten sind eher regenarm. In dieser Klimaregion liegen die trockensten Landschaften Österreichs. In der pannonischen Klimaregion kommt es überdies zu starken Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter, was auf den kontinentalen Einfluss zurückzuführen ist.

Die illyrische Klimazone umfasst den Südosten Österreichs, sie liegt im Windschatten der Alpen, wodurch die Strömungen aus Westen und Norden weitgehend abgeschwächt werden. Wetterbestimmend sind hier warme Fronten aus dem Süden und Südosten, die vor allem in der Nähe der Randgebirge hohe Temperaturen und oft sehr hohe Niederschlagsmengen bewirken. Die Niederschlagsmaxima zeigen hier eine deutliche Verschiebung in den Spätsommer und Herbst.

Für das gesamte Bundesgebiet gilt, dass diese großklimatischen Rahmenbedingungen auf Grund der starken Reliefgliederung lokal oft sehr starke Abwandlungen erfahren. So zeigen etwa inneralpine Täler und Beckenlagen (z.B. Lienzer und Klagenfurter Becken) im Jahresverlauf teilweise sehr extreme Temperaturschwankungen und auch sonst abweichende klimatische Bedingungen (Dvorak et al. 1993).

Letzte Änderung: 09.04.2008